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Mit Mikropausen zum ausgeglichenen Büro-Alltag

Alex Haemmerli am 5. Juli 2013

Cool bleiben im Büro ohne KlimaanlageWer vor lauter Aktivismus im Büro nicht zur Ruhe kommt, leistet sich und seiner Firma einen Bärendienst. Wer den Mut zum kurzen Nichtstun aufbringt, lebt gesünder und arbeitet effizienter.

Stress am Arbeitsplatz kommt die Schweiz teuer zu stehen: Jedes Jahr verliert die hiesige Wirtschaft dadurch mindestens vier Milliarden Franken. Das besagt eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco. Demnach hängt der Stress eng mit dem empfundenen Zeitdruck, einer erdrückenden Arbeitsmenge, unklaren Anweisungen und der Erwartungshaltung zusammen, auch in der Freizeit Arbeitsaufgaben erledigen zu müssen. Viele leben unter dem Diktat, ständig aktiv zu sein. Die häufige Konsequenz: Burnout.

Arbeitsmodell: Balance

Um leistungsfähig zu bleiben, müssen wir die Balance halten zwischen Aktivität und Ruhe. Mit Entspannung nach Feierabend ist es für viele nicht getan: Wer sich nicht bereits während der Arbeit kurze Pausen gönnt, dem bringt auch das gesündeste Freizeitprogramm wenig. Doch lässt sich Erholung während der Arbeit gegenüber dem Chef rechtfertigen? Die Wissenschaft liefert Argumente:

- Bereits 1985 zeigte eine Schweizer Studie, dass regelmässige Mikropausen die Arbeitsleistung um über 10 Prozent erhöhen. Spätere wissenschaftliche Ergebnisse bestätigen die Befunde und zeigen auf, dass auch die Zahl der Fehler durch kurze Unterbrüche der Arbeit deutlich sinkt.
- Mehrere Studien belegen zudem, dass über den Arbeitstag verteilte Mikropausen Beschwerden der oberen Extremitäten, Augen und Nacken mindern. Das reduziert die Anzahl der Krankheitstage.

Mikropause: so geht’s

Am besten probieren Sie es gleich einmal aus:

1. Schliessen Sie für eine Minute die Augen und spüren Sie Ihr Gewicht im Bürostuhl.
2. Atmen Sie mehrmals tief durch und gähnen Sie dabei auch mal herzhaft.
3. Drehen und strecken Sie sich.
4. Lösen Sie zum Schluss nochmals Ihre Augen vom Bildschirm, legen Sie Ihr Gesicht in die Hände und schauen Sie ins wohltuende Dunkel.



Mut zur Pause am Arbeitsplatz

Sie fühlen sich gleich vitaler, nicht wahr? Durch Mikropausen lösen sich Denkblockaden und Konzentrationskiller im Nu in Luft auf. Übrigens: Auch wenn Sie nicht über ein eigenes Büro verfügen, müssen Sie sich nicht wegen der obigen Pausenübung genieren. Zeigen Sie den Mut zum Nichtstun und denken Sie daran, dass bereits viele fortschrittliche Betriebe Mikropausen in ihrer Unternehmenskultur verankert haben, so etwa IBM oder Axa Winterthur. Und vielleicht führen ja gerade Sie diesen Trend an Ihrem Arbeitsplatz ein.

Vertiefende Informationen

Weiteren Lesestoff finden Sie in der Publikation „Grundlagen zum Thema Entspannung unter einer gesundheitsförderlichen Perspektive“ der nationalen Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz.

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