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Green Office: Arbeiten in nachhaltigen Büros ist gefragt

Marilena Maiullari am 9. April 2013

Cool bleiben im Büro ohne KlimaanlageNachhaltigkeit hält nicht nur bei Lebensmitteln und Textilien, sondern auch bei Büroräumen unter dem Begriff «Green Office» Einzug. Laut einer Umfrage des Fraunhofer Instituts bei 263 Teilnehmern von deutschen Klein-, Mittel- und Grossunternehmen betonen 40 Prozent der Befragten, dass ihrem Unternehmen eine ökologisch nachhaltige Gestaltung von Büroarbeit, -Arbeitsplätzen und -Infrastruktur sehr wichtig sei.

Massnahmen steigern die Motivation
Nachhaltig produzierte und entsorgbare Büromöbel wie Wandsysteme, Tische, Stühle etc. nehmen schon bei zwei Dritteln der Befragten einen zentralen Platz ein. Green Interior – so nennt die Designwelt die umweltgerechte Innenausstattung und Möblierung – steht besonders bei der jüngeren Generation heute hoch im Kurs. Richtig ausgewählt können diese Elemente dazu beitragen, unsere CO2-Bilanz zu reduzieren und nachhaltige Räume des Wohlbefindens zu schaffen. Investitionen in Green Office könnten sich auszahlen: Die kalifornische Universität UCLA hat herausgefunden, dass Green Offices die Produktivität steigern. Laut ihrer international angelegten Studie haben Unternehmungen, die freiwillig Praktiken von Green Office einführten, um 16 Prozent leistungsfähigere Arbeitnehmer.

Klarheit schaffen
Unsicherheit über den Investitionsaufwand und mangelnde Kenntnisse über nachhaltige Produkte sind laut Umfrage des Fraunhofer Instituts der Hemmschuh bei der Einführung nachhaltiger Massnahmen. Eine klare Kommunikation und einfache Darstellung bei der Entwicklung und Konzeption von nachhaltigen Lösungen und Produkten ist demnach unabdingbar. Studien, Demonstrationsräume, pilothafte Umsetzungen und die Evaluation von Massnahmen schaffen das nötige Vertrauen für die bevorstehenden Veränderungen.

Haworth bietet ein nachhaltiges und flexibles Produkt- und Arbeitsplatzdesign. Haworth-Nachhaltigkeitsexpertin Bianca Dönicke sagt, worauf es bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit in Büroräumen ankommt.

Frau Dönicke: In welcher Reihenfolge sollen Firmen konkret «Green Office» einführen?

Besteht die Möglichkeit, fängt es bei der Auswahl des Gebäudes an. Der Zugang zu Tageslicht lässt sich etwa im Nachgang kaum verändern. Es ist eine für den Menschen wertvolle Ressource und lässt auch Energiekosten sparen. Steht der Büroraum bereits fest, gilt es die Infrastruktur für Energie-, Wasser-, Luft – und Abfallmanagement zu optimieren sowie den Innenraum inklusive der Büromöbel nachhaltig zu gestalten. Die Ausgestaltung sollte an den verschiedenen Nutzern orientiert sein. Welche Möbel benötige ich wann für welche Tätigkeitsfelder? Dabei ist ebenso zu entscheiden, was in Bezug auf gesunde und umweltfreundliche Materialien oder auch eine verantwortliche Bereitstellung bzw. Entsorgung am Produktlebenszyklusende wichtig ist. Entsprechende Informationen von Herstellern können hier sehr hilfreich sein.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Umsetzung von «Green Office»?

Ein ganzheitlicher Ansatz zu Beginn hat Vorteile im Vergleich zu einem stückchenweisen Vorgehen. Ansprüche an Funktion, Design, Ergonomie, Gesundheit und Umweltfreundlichkeit mögen sich in einigen Punkten widersprechen. Wird erst später versucht, diese Zielkonflikte aufzulösen, bedeutet das meistens zeitlichen Aufwand und zusätzliche Kosten. Eine Bedarfsanalyse sollte den Umsetzungsschritten immer voran gehen, gefolgt von einer Auswahl an gewichteten Kriterien. Eventuell höhere Anfangsinvestitionen zahlen sich somit schnell aus.

Was ist die wichtigste Begleitmassnahme, um nebst ökologischer Einrichtung auch nachhaltig das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern?

So wie zu Beginn der Nutzer bzw. die beabsichtigte Nutzung im Vordergrund stehen sollte, so wichtig ist eine regelmässige Überprüfung, ob Anspruch und Wirklichkeit noch zusammen passen. Die Nutzer selbst, Aufgabenfelder und Rollen sowie gesetzliche Regelungen oder Ansprüche in den Bereichen von Gesundheit und Umwelt mögen sich im Laufe der Zeit ändern. Wer zuvor vorausschauend über den aktuellen Zeitgeist hinaus für innovative, anpassungsfähige, gesunde und ökologische Arbeitsplatzkonstellationen gesorgt hat, braucht nur ein paar Handgriffe und keine zusätzlichen, finanziellen Mittel.

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