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Digitale Sozialisierung: Zurück zur persönlichen Begegnung

Marilena Maiullari am 25. September 2012

Der Technologische Fortschritt beeinflusst unsere Arbeit massiv. Während die Möglichkeiten der Technologie schier grenzenlos scheinen, sind unseren Fähigkeiten leider Grenzen gesetzt. Statt Maschine sollte der persönliche Kontakt wieder mehr Bedeutung gewinnen, Kommunikations- und Interaktionsräume sind deshalb im Anstieg – das verzeichnet auch Haworth.

Cool bleiben im Büro ohne KlimaanlageMultitasking: Die grosse Illusion
Eine Studie der Universität Stanford hat ergeben, dass nur 2 % der Bevölkerung wirksam multitasken kann. Bei den anderen 98 % senkt die geistige Mehrfachbelastung den IQ sowie die Agilität und verringert somit die Performance. Die veröffentlichten Studienresultate sind ernüchternd, glauben wir doch, wir seien fähig immer mehr in weniger Zeit zu bewerkstelligen.

Physischer Kontakt wieder «in»
Virtuelle Medien sparen gegenüber persönlichen Begegnungen Zeit. Aber steigern sie auch die Mitarbeitereffizienz? Hier scheiden sich die Geister: Je nach Experte sind zum Beispiel zwischen 30 und 90 Prozent der E-Mails überflüssig – verlieren doch Manager 5 bis 20 Stunden wöchentlich, um ihre Mailbox zu bewirtschaften! In der virtuellen Welt werden zudem wichtige nonverbale Signale wie Mimik und Gestik kaum bis gar nicht wahrgenommen. Weitere kritische Punkte sind der Ansporn und die sich immer verringernde Aufnahmefähigkeit. Es besteht auch keine Kontrolle, ob der Mitarbeitende den Inhalt einer Botschaft vollumfänglich verstanden hat. Deshalb lancieren bereits erste Unternehmen Offensiven, um die elektronische Flut einzudämmen.

Kampf der E-Mail-Flut
Der französische IT-Konzern Atos etwa will bis 2014 den unternehmensinternen E-Mail-Verkehr komplett abschaffen. Damit soll eine bessere Work-Life-Balance für die Mitarbeiter erzielt und die Effizienz gesteigert werden. Volkswagen will künftig den Blackberry-Zustelldienst 30 Minuten nach Ende der gleitenden Arbeitszeit abschalten – der Gesundheit zuliebe. Auch in der Schweiz setzt ein Denkwandel ein, wenn auch nicht ganz derselbe: Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services stellt den Angestellten weltweit das Lotus-Notes-Chatprogramm Sametime zur Verfügung. Sametime nutzen auch die Angestellten der ABB. Für extern nutzt der Industrie-Konzern Twitter und Facebook. In kleineren und mittelgrossen Firmen macht sich zudem Skype breit. Für Anitra Eggler, Autorin des Buchs «E-Mail macht dumm, krank und arm», ist das persönliche Gespräch immer noch die stärkste Führungswaffe in der Kommunikation. Sie findet, dass neue Softwares die Kommunikationsprobleme unserer Gesellschaft nicht lösen. Ginge es nach ihr, müssten Firmen auch neue Mitteilungsregeln einführen.

Kommunikations- und Interaktionsräume im Anstieg
Der Trend zu mehr persönlichem Kontakt am Arbeitsplatz führt zu Kommunikations- und Interaktionsräumen, die am Arbeitsprozess ausgerichtet sind. Diese lassen nicht nur Mitarbeitende wirksamer arbeiten, sie senken auch die Immobilienkosten. Bei sozialen Räumen unterscheidet Haworth vier Arten:

- Raum der Begegnung
- Raum für strategisches Arbeiten
- Raum für taktisches Arbeiten
- Raum für Präsentationen

Doch welche Begegnung macht wann Sinn? Haworth verfügt über Analysetools, wie zum Beispiel Competing Values Framework. Dieses untersucht untern anderem Gruppengrösse, Besprechungsabläufe, Technologie-und Mediennutzungen, Besprechungsintensität und zukünftige Bedürfnisse. Davon werden dann neue Planungsimplikationen abgeleitet. Die besten Strategien und Konzepte zur Performancesteigerung nützen allerdings nichts, wenn sie nicht von oben getragen und gelebt werden.


(Video nur auf englisch)

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