Sprache

Wohlfühlideen für sterile Bürokomplexe im Grünen

Marilena Maiullari am 15. August 2012

Cool bleiben im Büro ohne KlimaanlageDer Fixkostenblock Büromiete treibt immer mehr Unternehmen in die Agglomeration. Dort entstehen flächen- und energieeffiziente Neubauten, die moderne Bürokonzepte ermöglichen. Inmitten von fast nichts ausser Rasen, Asphalt, Glas und Beton sind die Architekten gefordert, und doch ist das Personal am Ende nicht immer glücklich. Was braucht es, damit sich Mitarbeiter in solchen Gebäuden wohl fühlen?

Work-Life Integration als gelebten Inhalt
«Es sind die Nettigkeiten wie die Multikulti-Cafeteria sowie Variation bei der Verpflegung, der Meditations- oder Ruheraum, die Massage- und Fitnessquelle, welche den Mitarbeitenden in der Agglomeration Lebensqualität schenken», sagt Charles Imbacher, Dozent an der Hochschule für Wirtschaft FHZ/HSW in Luzern und Gründer der Balanced Performance Agency. Auch geschmackvolle, farbige oder dschungelhafte Gestaltungen der Arbeitswelt seien wichtig. Was es aber vor allem brauche, sei eine lebendige Kultur rund um die wenig kreativen Agglomerations-Büroarchitekturen. Bei der Arbeitsplatzgestaltung sollten darum nicht nur ökonomische Faktoren in die Kalkulation einfliessen, sondern auch der Wohlfühlfaktor, der die Produktivität der Mitarbeitenden positiv beeinflusst.

Passendes Multi-Space-Office
Ideal ist für Gebäudekomplexe ein kreativitätsfördernder Mix aus Aktions- und Arbeitsplatzangeboten. Ein Erfolgsrezept für Behaglichkeit sind fliessende Schnittstellen zu Wohnen, Gesundheit, Entspannen und Freizeit – aber nicht nur. Es braucht auch Elemente, die abgeschlossene Einheiten bilden, in die man sich zum ungestörten Arbeiten aus dem Tagesgeschehen zurückziehen kann. Gut fürs Ambiente und für die Performance sind auch Sofa-Ecken und Gruppenarbeitsplätze, um etwa ungestört Telefonate führen zu können oder motiviert Projekte mit Kollegen zu entwickeln.

Das Einfachste ist oft das Schwierigste
Zu den wichtigsten Wohlfühlfaktoren am Arbeitsplatz gehören auch Selbstverständlichkeiten wie individuell steuerbare Beleuchtung und viel Tageslicht, angepasste Akustik, die Möglichkeit Fenster zu öffnen sowie ein gutes Raumklima mit einer idealen Raumtemperatur zwischen 21 und 23 Grad. Es sind also auch ganz profane Kleinigkeiten, die das Wohlbefinden und damit letzten Endes die Produktivität des Mitarbeiters beeinflussen. Gerade diese Faktoren müssen sehr früh in die Planung mitberücksichtigt werden. Stimmt das Klima nicht (zu trocken, zu kalt etc.), wird der Mitarbeiter in neuen, energieeffizienten und deshalb meist luftdichten Gebäuden im Schnitt öfter krank, wie verschiedene Studien belegen. Solche Faktoren später auszuschalten, kann sehr kostspielig werden oder ist erst gar nicht mehr möglich.

Leben, Leben, Leben
Ob grosser Bürokomplex oder Kleinimmobilie, eine belebte Kommunikationsszenerie ist allen Mitarbeitenden wichtig. Die sollte von allen Seiten aus gut erreichbar sein und für den Gedankenaustausch zur Verfügung stehen. Liebevolle Restaurants mit netten Menschen, sympathische Bars für einen Drink und Schwatz, eine Kioskfrau, wo man alles erfährt, einen Wildblumengarten zum Spazieren, ein Spielfeld wie etwa das Fussballfeld im Innenhof des FIFA-Headquarters, ein Basar wo Künstler und Könner Musikinstrumente, kecke Mode, Gemälde und Kurioses anpreisen… Solche Ideen bringen Leben in reizlose Atmosphären. «Wir sind soziale Wesen. Wenn die Bürolandschaft und die Umgebung steril sind, geht der Mensch ein», sagt Motivationstrainer Charles Imbacher abschliessend.

Related posts:

  1. Wie werden wir in Zukunft arbeiten?
  2. Biolicht sorgt für gesundes Raumklima
  3. Motivation: Ein Garant zur Steigerung der Office Performance
  4. Mobiles Arbeiten: Bestimmte Charaktereigenschaften gesucht
  5. Unternehmenserfolg mit Feng Shui stärken

 

Abgelegt unter Mensch,Prozesse,Umgebung | Keine Kommentare | Artikel drucken | weitersenden

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben