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Arbeitsplatz 2020: Es lebe die neue Arbeitswelt!

Marilena Maiullari am 23. August 2012

Cool bleiben im Büro ohne Klimaanlage

Die Welt verändert sich und mit ihr der Arbeitsplatz. Im Jahr 2020 erfordern 35 % der Jobs eine hohe Qualifikation. Die Welt zählt dann 6 Mia. Mobile- und 5 Mia. Internetnutzer. Ein Mensch der Mittelklasse hat 10 Peripheriegeräte am Netz, das digitale Universum ist 44 Mal grösser, Internet und Mobilität sind noch mehr miteinander verwachsen – das kündet die Abteilung Forschung und Entwicklung des spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica mit einem spannenden, animierten Video an (nur auf Englisch) . Überhaupt lösen sich jegliche Grenzen je länger je mehr auf. Mobilität, Technologie, Wissen, Vernetzung, Globalisierung und Diversität treiben die neue Arbeitswelt an. Aber wohin entwickelt sie sich? Um diese Frage zu beantworten, blicken wir erst Mal auf die Akteure in dieser Zeit.

Unsere Mitspieler – wer wird arbeiten?
In acht Jahren werden vier Generationen gleichzeitig tätig sein: Die Babyboomer sowie die Generationen X (die Undefinierten), Y (die digitalen Einheimischen) und Z (die Internet Generation). Bei den Generationen Y und Z geht Selbstverwirklichung vor Geld, sie nehmen weniger Salär in Kauf, hinterfragen kritisch, wollen dafür mehr Mitbestimmung, Empathie, Opportunitäten und besonders: eine herausfordernde Aufgabe! Sie Arbeiten in vernetzten Teams, sind sehr mobil, hassen fixe Strukturen sowie Hierarchien und sind technologisch sehr affin. Sie mögen Mischformen von Erwerbs- und Eigenarbeit, Büro- sowie Heimarbeit und sie wollen selber entscheiden, wann, wie und wo sie ihre Aufgaben erledigen.

Wo wird in Zukunft gearbeitet?

Im Jahr 2020 wird vor allem Asien die Wirtschaft vorantreiben: Die Mittelklasse zählt dann 52 % der Weltbevölkerung, von denen leben 54 % in Asien. 55 % der Menschen wohnen in Städten, immer enger aufeinander. Die meisten neuen Arbeitsplätze entstehen sodann mit 67 % in Asien – eine beträchtliche Zahl gegenüber dem europäischen Zuwachs von 1,8 %.

Spätestens dann hat der konventionelle Betrieb ausgedient

Bereiten wir uns also vor auf diese Zeit. Wie? Das weiss Charles Imbacher, Dozent an der Hochschule für Wirtschaft FHZ/HSW in Luzern und Gründer der Balanced Performance Agency. «Die neue Welt braucht frische, flexible Arbeitsformen und -welten.» Dazu gehören lebendige Führungsmodelle, ohne Hierarchien und Autoritäten. Vertrauen wird somit immer wichtiger, denn Output zählt 2020 mehr als Präsenz. Dies allein schon weil die Arbeitsfläche ein immer grösser werdender Kostenfaktor ist. In Zukunft wird es gemäss Charles Imbacher mehr Co-Renting, Co-Working Spaces und Hubs geben, kurz: ein kreatives Office. Der Dozent beschreibt es als Ort der Kommunikation für ein flexibles und teamorientiertes Netzwerk. Das kreative Office soll zudem eine innovative Plattform bieten sowie die Mobilität unterstützen. Damit das möglich wird, braucht es eine anpassungsfähige Bürogestaltung.



Anforderungen an die Bürogestaltung 2020

Die neuen Arbeitswelten verlangen grosszügige, multifunktionale Räume und hybrid gestaltete Co-Working Spaces (Arbeitsplatz sowie Transits). Ihre Konzepte entstehen in Verbindung der überdachten Unternehmenskultur,  der Raum-, Arbeits- und Gebäudeanforderungen und neuer Arbeitsprozesse. Sie erfordern auch ein anspruchsvolles Change Management mit der Fähigkeit zu proaktiver Kommunikation und den Einbezug der Mitarbeitenden.

Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx bringt es fast schon literarisch auf den Punkt: «Die Digitalisierung wird dematerialisiert und es entstehen neue Arbeitsformen, die Führung wird dezentralisiert und es entsteht Schwarmintelligenz, die Delokalisierung der Mitarbeitenden sowie Kundennähe schafft Wissens- und Kreativarbeit, aus einem dehierarchisierten Unternehmen wird ein lebendiges Netzwerk.»

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