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Workstyle: Die Evolution des Büros verändert unser Freizeitverhalten und unsere Arbeitsstrukturen

Posted By Corinne Dubacher On Juni 28, 2011 @ 6:56 am In Mensch,Prozesse | No Comments

Cool bleiben im Büro ohne KlimaanlageWork-Life-Balance war gestern. Heute muss jeder Einzelne mehr leisten, um seinen Standard zu halten. Gleichzeitig geht ein grosser Umbruch in unseren Büros vonstatten. Das Wort Lifestyle wird ersetzt durch Workstyle.



Du bist, was du hast

In den letzten Jahrzehnten war die Arbeit wohl wichtig, doch noch wichtiger war die Selbstdarstellung in der Freizeit. Du bist, was du hast. Was für ein Auto konnte man sich leisten und wo verbrachte man die Ferien. Die Work-Life-Balance musste stimmen und so wurde die Arbeitszeitverkürzung zum Trend. Anfang des 20. Jahrhunderts war in der Schweiz noch eine 65-Stunden-Woche die Norm, im Jahr 2000 arbeitete man durchschnittlich nur noch 41.8 Stunden. Doch auch der Trend der Arbeitszeitverkürzung ging zu Ende. Während der Wirtschaftskrise wurde in vielen Betrieben in Deutschland eine Arbeitszeitverlängerung eingeführt, um Arbeitsplätze halten zu können und nicht auf Billiglohn-Länder auszuweichen.

Tatendrang

Nach wie vor  gilt es, Kosten zu reduzieren, und das wirkt sich selbstverständlich auf die Büro-Evolution aus. Auch auf die Immobilien- und Einrichtungsbranche. Von einem Trend der Arbeitszeitverlängerung kann trotz Krise keine Rede sein – Bürotische sind chronisch unterbenutzt und das Desk Sharing hält vermehrt Einzug. Wir reden hingegen von einer neuen Tätigkeitskultur. Die Erwerbstätigkeit bricht aus ihrem klar definierten Rahmen aus und wird zu einem integralen und integrierten Lebensbestandteil. Die klassische Trennung von Arbeit und Freizeit weicht einer Vielzahl von Teilzeit- und Auszeit-Modellen.  Der Mensch verdient seinen Lebensunterhalt mittels verschiedenen Tätigkeiten. Arbeit und Leben vermischen sich zu nehmend – zeitlich, räumlich und inhaltlich. Und das völlig zu Recht: Der Mensch ist ein tätiges Wesen.

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Modularer Arbeitsplatz

Interaktion und Mobilität sind für viele Büronutzer erstmals wichtiger als ein fixer Arbeitsplatz. Das schafft neue Bedürfnisse in der Bereitstellung und Verwertung von Büroeinrichtung und Technologie. Es braucht mobile Arbeitsplätze, Caddies, Ruhezonen und Sofa-Ecken. Diese erlauben, ungestört Telefonate führen zu können oder motiviert Projekte mit Kollegen zu entwickeln anstatt Einzelbüros und Stagnierung durch fehlende Kommunikation oder Anteilnahme.

Always on

Eine immer breitere Gruppe von Erwerbstätigen entscheidet sich für flexible Arbeits- und Lebensmodelle. Sie sind dadurch jederzeit und überall arbeitsfähig. Der New Yorker Soziologe Dalton Conley beschreibt in seinem Buch „Elsewhere“ wie sich unser Leben durch Handy, Home-Office und Instant-Messaging verändert hat. Heute versuchen alle, vom einfachen Arbeiter bis zum Manager, rund um die Uhr erreichbar zu sein, auch am Wochenende und in den Ferien.

Bleisure

Bei dem scheinbar unermüdlichen Tätigkeitsdrang beschreibt das Wort Bleisure (zusammengesetzt aus Business und Leisure) was der Mensch in seiner Freizeit erwartet. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Z.B. im Hotel: Bleisure-Kunden wollen Breitband und Laufband, Wifi beim Fitness-Frühstück. Die weniger Privilegierten nutzen ihre Freizeit zur Arbeit. Sie renovieren Häuser, bilden sich weiter oder suchen nach möglichen weiteren Einnahmequellen wie beispielsweise der Vermarktung von selbstgemachten Produkten.

Unabhängig davon, wer man ist und was man tut, ob einfacher Arbeiter oder CEO, der Mensch sehnt sich nach Anerkennung und Zufriedenheit. Und die erhält er durch sinnvolle Tätigkeiten, egal wie gut er dafür bezahlt wird. Hedonismus war gestern, heute leben wir im Age of Less – und sind glücklich damit.

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  1. Wie kommen die alten Sumerer in unsere Büros? [2]
  2. Keine Zeit? [3]

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[2] Wie kommen die alten Sumerer in unsere Büros?: http://www.buerowelten.ch/de/2010/02/wie-kommen-die-alten-sumerer-in-unsere-buros/

[3] Keine Zeit?: http://www.buerowelten.ch/de/2009/04/keine-zeit/

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