Zürich – Shanghai by Bike
Corinne Dubacher am 29. Juli 2010

Mit dem Velo von Zürich nach Shanghai ist nicht jedermanns Sache – Beat Fey’s schon. Angestupst durch den Bubentraum seines Kollegen Matthias, entstand die leicht verrückt klingende Idee.
Die beiden abenteuerlustigen Freunde fackelten nicht lange. Sie wollten ihre Idee bald möglichst in die Tat umsetzen, sich aufs Velo schwingen und vom Paradeplatz in Zürich zum Roten Platz in Moskau radeln. Und das in nur zwei Wochen. Gesagt, getan, im Sommer 2006 war es soweit. Mit auf die Reise kam noch ein Dritter – Graziano. Rund 200 Kilometer radeln die Männer pro Tag und sitzen bis zu 10 Stunden im Sattel. Sie trotzten den körperlichen Anstrengungen und erfreuten sich an der Natur, lernten Land und Leute und auch sich selber besser kennen. Die positiven Erlebnisse überwiegten so stark, dass die drei nach ihrer Ankunft auf dem Roten Platz in Moskau beschlossen, die Radtour fortzusetzen. Nicht gleich sofort, aber sicher irgendwann.
Jetzt steht bereits die 3. und letzte Etappe der Veloreise bevor. Von Ulan Bator in der Mongolei geht es über 700 Kilometer durch die Wüste Gobi, durch die Metropolenstadt Peking bis in die diesjährige Expo-Stadt Shanghai in China. Am 20. Juli geht’s los. Mit je 25 Kilogramm Gepäck. Kraftriegel, Getränke, ein Schlafsack, aber vor allem Veloflickzeug und Ersatzspeichen füllen die Satteltasche. Schlafen werden die drei Männer dort, wo sie ein Bett finden. Nur in den grösseren Städten buchen sie im Voraus ein Zimmer. Während ihrer Fahrt durch die Wüste Gobi kann eine Nacht im Schlafsack unter freiem Himmel durchaus vorkommen.
Nicht immer verlief die Extrem-Velotour reibungslos. Bei der ersten Etappe von Zürich nach Moskau litt Graziano an einer Beininfektion, ausgelöst durch Mückenstiche, und musste in Novosibirsk notoperiert werden. Rückschläge wie diese hindern die drei jedoch nicht daran, immer weiter zu radeln. Denn sie tun es nicht nur, um ihre Abenteuerlust zu stillen. Oder um einen neuen sportlichen Rekord aufzustellen. Sie sammeln Geld für SOS-Kinderdörfer, das den Kinderdörfern vor Ort zu Gute kommt. Rund 90’000 Franken kamen bereits zusammen. Ziel ist, die 100’000-Franken-Grenze zu knacken. Und wenn Beat, Matthias und Graziano am 11. August auf dem Expogelände in Shanghai einfahren, wird ihr Spendenkonto prall gefüllt – und sie total geschafft, aber glücklich sein.
Buerowelten wünscht eine gute Reise.
Per GPS Tracker können Sie die Reisenden und ihr Bike-Abenteuer live mitverfolgen
Anmerkung der Redaktion: Beat Frey und seine zwei Kollegen stellten im Haworth-Showroom Zürich 40 interessierten Personen ihr Projekt vor. Zuerst zeigten sie den Film über ihre letzte Velo-Etappe. Der Film zeigte auf eindrückliche Art und Weise die Dimension des gesamten Projekts und die vielseitigen Erfahrungen mit Kultur und Bevölkerung. Man konnte die Strapazen der drei Velobegeisterten auf ihren Touren förmlich spüren. Beim anschliessenden Apéro standen die drei in persönlichen Gesprächen Red und Antwort und erhielten gute Wünsche für ihre letzte Etappe.
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