Farben für die Raumgestaltung, Folge 2
Elisabeth Frey am 27. Mai 2010
Farben kombinieren
Mit Farbkontrasten erscheint ein Raum lebendig und sie betonen bestimmte Abschnitte oder Objekte. Doch für ein wirkungsvolles Farbkonzept braucht der Inneneinrichter viel Fingerspitzengefühl, das Gelingen hängt von der Menge und der richtigen Wahl der Farben ab. Hier einige Beispiele:
Buntkontrast (zwischen gesättigten bunten Farben)
Mit den vier Farben Gelb, Rot, Blau und Grün erhält man den stärksten Farbkontrast, der bunt und aufdringlich wirkt. Weisse Flächen schwächen die Leuchtkraft der Farben ab. Mit einem weniger bunten Kontrast lassen sich gut Akzente setzen, zum Beispiel beim Dekorieren eines Raumes.
Komplementärkontrast
Er entsteht, wenn Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, kombiniert werden. Zum Beispiel Gelb – Violett, Gelb – Orange, Blau – Violett, Orange – Blau, Rot – Orange, Blau – Grün, Rot – Grün, Rot – Violett, Gelb – Grün. Nebeneinander platziert steigern sie gegenseitig ihre Leuchtkraft.
Kalt-Warm-Kontrast
Warme und kühle Farbtöne in Kombination regen das vegetative Nervensystem an. Ein kühl wirkender Raum lässt sich mit einem Wandanstrich oder einigen Accessoires wärmer gestalten und umgekehrt.
Kalte Farben: Grün, Blau und Violett
Warme Farben: Gelb, Orange und Rot
Hell-Dunkel-Kontrast
Dieser Kontrast bezeichnet entweder den Kontrast einer Farbe in verschiedenen Helligkeitsstufen oder den Hell-Dunkel-Kontrast der Farben untereinander. Je weiter die Farben im Farbkreis auseinander liegen, desto bunter ist ihre Wirkung.
Qualitätskontrast
Der Qualitätskontrast beschreibt den Unterschied in der Sättigung zwischen einer leuchtenden und einer getrübten Farbe.
Ein leuchtend gestrichener Raum bringt das Mobiliar in stumpfen Tönen zum Leuchten.
Quantitätskontrast
Der Quantitätskontrast ist für die Raumgestaltung besonders wichtig, er beschreibt die Gewichtung einer Farbe. Dazu werden unterschiedliche Farbmengen gegeneinander gestellt. Der Quantitätskontrast Gelb hat die höchste Leuchtkraft und deren Komplementärfarbe Violett die niedrigste. Um einen ausgewogenen Eindruck mit Gelb und Violett zu erreichen, braucht es ein Verhältnis von 1:3. Mit diesem Effekt lassen sich sowohl ruhige als auch spannungsvolle Wirkungen erzeugen.
Simultankontrast
Betrachten wir eine Farbe, erzeugt unser Auge beziehungsweise unser Gehirn automatisch (simultan) deren Komplementärfarbe. Unsere Wahrnehmung drängt den daneben liegenden Farbton ebenfalls in diese Richtung. Die Farbe verändert sich, je nach umgebender Farbe. Besonders ausgeprägt wirkt dieser Kontrast mit einer neutralen Nicht-Farbe wie Grau. So sieht zum Beispiel Grau in einer gelben Fläche leicht violett aus. Das ist vor allem bei grossen farbigen Flächen zu beachten.
Farbflächen im Raum
Der Fussboden sollte grundsätzlich in einem dunkleren Ton gewählt werden als die Wandfarbe. Bei der Wandfarbe gilt: je kleiner der Raum, umso heller der Farbton, damit ein Raum optisch grösser wirkt. Die Raumdecke wirkt leicht, wenn sie im Verhältnis zur Wandfarbe heller ist.
Related posts:
Abgelegt unter Architektur & Design | Keine Kommentare | Artikel drucken | weitersenden

