Award 2010 für Marketing + Architektur
Elisabeth Frey am 6. Mai 2010

Am 23. April 2010 luden wir als Goldsponsor knapp 40 Gäste zur Preisverleihung für Corporate Architecture.
Der „Award für Marketing + Architektur“ wurde bereits zum zweiten Mal an herausragende Projekte für dreidimensionale Unternehmensidentität verliehen.
Das KKL Luzern war brechend voll. Claudia Lässer führte mit ihrer lockeren und aufgeweckten Art durch das Programm. Sie begrüsste den ersten Referenten Prof. Ludger Hovestadt. Er ist Architekt und Informatiker und seit dem Jahr 2000 Professor für computergestützten Architekturentwurf an der ETH Zürich. Mit seinem Referat „Crisis? What Crisis?“ will er den Zuhörern ihre Zukunftsängste bezüglich zunehmender CO2-Belastung nehmen und animiert sie, ihre Grenzen des rationalen Denkens auszuweiten. Schliesslich ist auch London nicht an Pferdemist erstickt, obwohl Pessimisten genau das aufgrund der stetigen Zunahme von Pferdefuhrwerken befürchteten. Hovestadt erklärte dem Publikum seine Visionen, wie neue Technologien im Alltag etabliert werden können und das auf eine sehr humorvolle Art.
Triumph der Jugendherberge Scuol
Jugendherbergen verbinden wir oft mit Erinnerungen, die mehr oder weniger weit zurückliegen. So erzählten auch die Juroren von ihren Erlebnissen in den einst recht spartanisch eingerichteten und streng geführten Gästehäusern. Doch mittlerweile haben sich Jugendherbergen zu modernen Anbietern im Tourismus gewandelt.

Die 2007 erstellte Jugendherberge Scuol räumte gleich drei Auszeichnungen ab: den mit CHF 10’000.00 dotierten Hauptpreis, die Auszeichnung „Green Technology“ sowie den Kategorienpreis „Hotels, Restaurants, Sport- und Wellnessanlagen“ (Kategorie C). Die Freude im Team aus Architekten und Bauherren war gross, insbesondere weil die Ausgangslage mit sehr beschränktem Budget eine Herausforderung war. Ein eindrückliches Beispiel, wie Corporate Architecture auch mit wenig finanziellen Mitteln gelingt.
Die Jugendherberge in Scuol ist ein monolithischer Einzelbau, der die Stärke und Massivität eines alten Engadiner Hauses ausstrahlt, für den Ort gebaut ist und doch Eigenständigkeit verkörpert. Im Minergie-Eco Standard mit einheimischen, unbehandelten natürlichen Materialien erstellt, an zentraler Lage und regional verankert, wird der wirtschaftliche Erfolg mit ökologischem Engagement verknüpft. Das Haus und die Philosophie des Unternehmens werden zu einem Musterbeispiel umfassender Nachhaltigkeit.
Die Sieger der sechs Kategorien und ein Sonderpreis
Die prämierten Objekte haben sich in einem harten Auswahlverfahren aus 85 Eingaben und 26 Nominationen durchgesetzt. Die weiteren Kategoriensieger sind:
- Kategorie A „Büro- und Geschäftshäuser, Industrie- und Gewerberäumlichkeiten“
Laufen Forum in Laufen - Kategorie B „Warenhäuser, Läden, Kundencenters, Flagship Stores, Showrooms“
Atelierladen Ida Gut in Zürich - Kategorie D „ Öffentliche Gebäude, Museen, Bahnhöfe“
Festhalle „Pentorama“ in Amriswil - Kategorie E „Innenarchitektur, Messebau “
Open Systems Headquarter in Zürich - Kategorie F „Schweizer Niederlassungen im Ausland “
Rehauwork Buten in DE-Rehau - Sonderpreis „beste Teamleistung“
Raiffeisengruppe mit dem Objekt Eggiwil BE
Nach den ersten paar Lobeshymnen der Laudatoren fragte Claudia Lässer, ob wir noch aufnahmefähig wären für einen weiteren Fachvortrag. Oh je – ging so manchem durch den Kopf. Als jedoch Hanspeter Burri alias Mike Müller mit Kartenmaterial bepackt die Bühne betrat, war klar: das wird ein heiteres Referat. Burri erklärte seine Sicht der Dinge bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Architekten und Marketingverantwortlichen. Für musikalischen Genuss sorgten Marc Sway & Freda Goodlett unplugged – eine wunderbare Acoustic-Soul Kombination von zwei Ausnahmestimmen, begleitet von Christian Roffler am Piano.

Die eindrücklichen Projekte boten ausreichend Gesprächsstoff während dem Apéro riche, der nach der Preisverleihung im Foyer serviert wurde. Der Anlass für sich und die zahlreichen nominierten und Sieger-Projekte gaben Anlass, ausgiebig zu feiern. Gewinner, Bewunderer und Organisatoren liessen den Abend gemeinsam auf der Luzerner Terrasse und in der Crystal Lounge ausklingen.
Claudia Lässer entspannt auf dem
Bürostuhl System 59 von Haworth
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