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Ergonomie 4: Sitzen und Stehen im Büro

Gastautor Matthias Emmenegger am 6. Januar 2010

Richtig Stehen am SchreibtischIm letzten Artikel wurde die richtige Sitzposition am Bildschirm behandelt. Heute legen wir den Schwerpunkt auf Bewegung. Denn wer viel sitzt, sollte sich um so mehr bewegen. Wie die Belastung des langen Sitzens durch Tätigkeiten im Stehen ausgeglichen werden, erfahren Sie hier.

Aus orthopädischer und physiologischer Sicht sind für den Menschen die Tätigkeiten am günstigsten, die abwechselnd im Sitzen und Stehen verrichtet werden können. Ideal ist das Verhältnis 60 – 30 -10. 60% sitzen,30 % stehen und 10% gezieltes Umhergehen.

Haltungswechsel reinigt und nährt
Ob sitzend oder stehend gearbeitet wird, hängt von der zu verrichtenden Arbeit ab. Der Einsatz von Sitz- und Steharbeitsplätzen soll zu mehr Bewegung anregen. Stundenlanges Stehen ist dabei nicht das Ziel. Denn zu langes Stehen ermüdet die Muskulatur. Die schweren Beine sind auf den venösen Blutrückfluss zurückzuführen. Zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde wären ideal. Da beim Sitzen und Stehen jeweils andere Muskelgruppen im Einsatz sind, wird durch das regelmässige Wechseln dieser Positionen der Stoffwechsel angeregt. Die Muskelzellen werden dank Bewegung besser durchblutet, genügend ernährt und gereinigt. Nur ein genügend durchbluteter Muskel bleibt leistungsfähig und lässt flüssig arbeiten. Die Bandscheiben ernähren sich bei Bewegung und Lagewechsel. Nur so bleiben sie elastisch, zäh und dienen als Stossdämpfer im Rücken. Die Wirbelsäule bleibt in Bewegung. Zudem fördert die Bewegung auch die Sauerstoffversorgung und die Kohlendioxidabfuhr im Gehirn, welches 20% des Sauerstoffs im Körper verbraucht.

Wenn‘s schmerzt ist es bereits zu spät
Wichtig ist, dass Sie nicht erst aufstehen, wenn Sie sich Unwohl fühlen, Schmerzen haben oder müde sind. Denn dann ist es bereits zu spät. Der Haltungswechsel muss vor der Ermüdung stattfinden. Dazu kann ein fix eingerichteter Steharbeitsplatz oder ein automatisch höhenverstellbarer Steh-Sitzarbeitstisch eingesetzt werden. Beim Einsatz eines automatisch höhenverstellbaren Steh-Sitzarbeitstisches muss der Arbeitsplatz auf beiden Arbeitshöhen ergonomisch angepasst sein und die Person muss in der Handhabung geschult werden.

Wie Sie richtig stehen
Die passende Arbeitshöhe im Stehen definiert sich gleich wie beim Sitzen. Aufrecht stehen, Schulter locker hängen lassen, Ellbogen 90° anwinkeln. Distanz Ellbogen – Boden ist die Arbeitshöhe. Ob fixer oder automatisch verstellbares Stehtisch – kleine Sitzunterbrüche reichen bereits aus. Tätigkeiten wietelefonieren, lesen oder Kurzbesprechungen, eignen sich bestens, um die Gelenke geschmeidig zu halten.

Autor:
Matthias Emmenegger
Dipl. Ergotherapeut
Geschäftsführer Firma Ergoplan
Schindlerstrasse 4, 8006 Zürich
043/255 03 20
www.ergoplan.ch

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