Ergonomie 1: Was ist das?
Gastautor Matthias Emmenegger am 23. Juni 2009
Ergonomie ist ein häufig verwendetes Schlagwort, welches wesentlich mehr als die anatomische Anpassung von Tischen, Stühlen oder Arbeitsmitteln umfasst. Doch was bedeutet Ergonomie und wo wird sie angewendet? Matthias Emmenegger, dipl. Ergotherapeut, erklärt in einer Serie von Beiträgen was hinter dem Wort Ergonomie steckt.
Ergonomie – was ist das?
Der Rat der Internationalen Gesellschaft für Ergonomie (IEA) verabschiedete im August 2000 eine offizielle Definition der Ergonomie: Die Ergonomie (oder human factors) ist die wissenschaftliche Disziplin, welche sich mit dem Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Menschen und anderen Elementen eines Systems beschäftigt sowie die berufliche Tätigkeit, welche die Theorie, Prinzipien, Daten und Methoden zur Gestaltung anwendet, um das menschliche Wohlbefinden und die gesamte Systemleistung zu verbessern.
Mittels Ergonomie zu mehr Wohlbefinden
Die Ergonomie ist die Wissenschaft der menschengerechten Arbeitsgestaltung. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern ergon (Arbeit, Werk) und nomos (Gesetz, Regel) zusammen. Zentrales Ziel der Ergonomie ist die Schaffung geeigneter Ausführungsbedingungen für die Arbeit des Menschen und die Nutzung technischer Einrichtungen und Werkzeuge. Dabei steht die menschgerechte Gestaltung des Arbeitsraumes im Vordergrund. Praktizierende Ergonomen und Ergonominnen verstehen den Zusammenhang zwischen Mensch, Arbeitsraum und Maschinen und fördern mittels ergonomischen Massnahmen das körperliche und seelische Wohlbefinden bei der Arbeit. Ergonomen arbeiten oft in besonderen Branchen oder Anwendungsgebieten. Zum Beispiel in der Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, Entwicklung und Planung von Arbeitsgeräten und –plätzen, bei der Entwicklung von Alltags-gegenständen oder der Software für Computer u.v.m.
Ergonomie ist also weit mehr als die Betrachtung der Fähigkeiten und Bedürfnisse des Menschen. Von erfolgreicher Gestaltung mit Ergonomie wird erst dann gesprochen, wenn Arbeitsplätze angepasst und gestaltete Produkte und Prozesse in der Arbeitswelt tatsächlich angenommen werden.
Im Gesetz verankert
In der Schweiz sind die gesetzlichen Grundlagen der Ergonomie in der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten und in der Verordnung 3 des Arbeitsgesetzes beschrieben. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen beim Planen von Arbeitsplätzen zwingend berücksichtigt werden.
Im nächsten Beitrag erfahren Sie, welche Stellung die Ergonomie bei der Planung von Büroarbeitsplätzen einnimmt.

Autor:
Matthias Emmenegger
Dipl. Ergotherapeut
Geschäftsführer Firma Ergoplan
Schindlerstrasse 4, 8006 Zürich
043/255 03 20
www.ergoplan.ch
Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Ergonomie – Swissergo
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Nach einem langen Arbeitstag habe ich öfters einen steifen Nacken. Woran liegt das? Und wie kann ich das ändern?
Guten Tag Frau Dörig
Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Hier eine Antwort von Matthias Emmenegger, Dipl. Ergotherapeut, Ergoplan Zürich:
Das kann unter anderem an einer schlechten Körperhaltung bei der PC- Tätigkeit liegen. Eine ergonomische Arbeitsplatzabklärung klärt die belastenden Punkte und unterstützt sie bei der optimalen Einstellung des Arbeitsplatzes um eine bessere Körperhaltung einnehmen zu könnnen.
Wie stelle ich meinen Stuhl ergonomisch richtig ein?
Guten Tag Beatrice
Herzlichen Dank für Ihre Frage. Hier eine Antwort von Matthias Emmenegger, Dipl. Ergotherapeut, Ergoplan Zürich:
Bürostuhl
• Höhe: Knie im rechten Winkel, der Druck auf die Oberschenkel verteilt sich auf ganze Sitzfläche.
• Sitztiefe: Mindestens 2 bis 3 Finger breit Platz zwischen Stuhlkante und Kniekehle.
• Lendenbausch: Stützt das hohle Kreuz.
• Rückenlehne: Unterstützt die Rückenmuskulatur.
• Schaukelmechanismus: Auf Körpergewicht eingestellt und im Einsatz.
Guten Tag
Seit einiger Zeit habe ich Rückenprobleme. Wäre es sinnvoll den Bürostuhl gegen einen Gesundheitsball einzutauschen?
Besten Dank und FG.
Guten Tag Herr Geraci
Herzlichen Dank für Ihre Frage. Hier eine Antwort von Matthias Emmenegger, Dipl. Ergotherapeut, Ergoplan Zürich:
Nein, setzen Sie keine Gymnastikbälle ein. Die Rückenschmerzen können unter anderem an einer schlechten Körperhaltung bei der PC- Tätigkeit liegen. Eine ergonomische Arbeitsplatzabklärung klärt die belastenden Punkte und unterstützt sie bei der optimalen Einstellung des Arbeitsplatzes und des Bürostuhles um den Rücken zu entlasten.